Der Dacia Duster – Billigauto oder Schnäppchen?

Was haben Fachwelt und Autofahrer doch geschmunzelt, als Dacia 2004 mit dem ersten Billigauto der Marke in Deutschland antrat. Viele kritische Stimmen waren zu hören: Eine osteuropäische Klapperkiste, das kauft hier niemand. Wir leben schließlich im Land der Automobilerfinder. Und wenn eines bei einem Auto zählt, dann ist es die oft zitierte Wertigkeit. Inzwischen sind es aber nicht mehr nur die Zulassungszahlen, die eine andere Sprache sprechen.

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Fotoquelle: Dacia.de

Schwierige Anfänge

Zugegeben – die ersten Modelle, die der rumänische Fahrzeughersteller unter dem Dach von Renault in Deutschland angeboten hat, versprühten den Charme eines alten Schuhkartons. Keine Extras, eine Form, die stark an die achtziger Jahre erinnerte und der Sitzkomfort einer Bahnhofswartehalle. Das Hauptargument war für diese Fahrzeuge vor allem der unglaublich günstige Einstiegspreis. Aber eben genau der war es, der die ersten Käufer anlockte. Und spätestens, nachdem sich herausstellte, dass die Technik und Verarbeitung der Fahrzeuge auf einem guten Niveau ist, folgten weitere.

Das Spiel mit dem Image

Den Strategen des Automobilherstellers war natürlich klar, dass sie nur über das Image einer Billigmarke auf einen längst gut besetzten Markt drängen konnten. Auf diese Herausforderung haben sie intelligent reagiert. Die provokative Werbung in den letzten Jahren ist vielen noch im Gedächtnis. Hier spielt Dacia mit der Sucht nach Statussymbolen und macht diese gekonnt lächerlich. Klar, ein Billigauto ist… billig. Und das ist gut so, denn was unter dem Strich zählt, ist der Preis. Spätestens die ersten Facelifts und die Einführung neuer Modelle wie dem Duster, die weniger an Gewerbetreibenden und mehr am persönlichen Bedarf ausgerichtet waren, hat eine weitere Käuferschicht erschlossen. Auch gibt es nun die ersten Gebrauchten, bei mobile.de kann man die ersten Angebote finden.

Der Duster als Ausweg vom Billig-Image

Spätestens mit der Einführung des Duster im Jahr 2010 hat sich das Image jedoch gewandelt. Ja, der Duster ist ein günstiges Auto. Sehr günstig sogar. Und ja, er ist immer noch aus Rumänien und nicht von einem Premiumhersteller. Aber seien wir mal ehrlich – auch wenn nicht jeder inzwischen mögliche technische Assistenz-Schnickschnack erhältlich ist und auch wenn die Motoren nicht aus der allerneuesten Generation sind: Mit serienmäßigem ESP und Seitenairbags in allen Modellen, einem optionalen ausgeklügelten Allradantrieb, zahlreichen Ausstattungs- und Motorvarianten und einer sehr guten Verarbeitung ist der Duster sicher kein Billigauto. Sondern ein SUV, der im Preis jeden Konkurrenten schlecht aussehen lässt. Das macht ihn dann wohl zu einem Schnäppchen, zumindest für alle, die nicht unter Statussymptomen leiden. Diejenigen sollten aber einen Blick auf die ersten Bilder der zweiten Fahrzeug-Generation werfen, die ab 2017 auf den Markt kommt. Denn mit dem neuen Design sollte sich auch das Statusproblem erledigt haben.