Die Autohersteller feiern sich monatlich mit guten Verkaufszahlen, doch die Statistik entspricht nicht unbedingt immer der Wahrheit. Neben den Autoherstellern hübschen auch Auto-Importeure und Händler ihre Zahlen auf. Dazu nutzen sie Eigenzulassungen, Kurzzulassungen und Tageszulassungen von Neuwagen.

Die Tageszulassungen gelten unter Experten jedoch als “Scheinzulassungen”, denn der Autohersteller oder Händler erwirbt dabei praktisch die eigenen Fahrzeuge mit dem Ziel gut in der Statistik zu stehen.

Die Autohändler wollen damit die Chance erhöhen sowohl Jahresprämien als auch Boni zu erhalten. Die gekauften Autos gelten als “junge Gebrauchte” und können daher preisgünstiger angeboten werden. Der normale Neuwagen steht mit dem Listenpreis im Verkaufsraum des Händlers. Die Tageszulassung mit 20 Prozent Rabatt oder mehr steht auf den Hof.

Nun geht der Autoverkäufer so geschickt vor, dass der Käufer nicht auf den Hof geht und arbeitet dabei mit schlagkräftigen Argumenten. Laut Stefan Bratzel vom Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach sind die Händler- und Herstellerzulassungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rapide angestiegen. Der Anteil beläuft sich mittlerweile auf 30 Prozent aller Zulassungen. Die Autokonzerne Opel, Seat und Volkswagen haben sogar einen geschönten Zulassungsanteil von 40 Prozent. Somit verlieren die Listenpreise gegenüber den Kunden immer mehr an Ernsthaftigkeit aufgrund der geschönten Verkaufszahlen.


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