Im vergangenen Jahren wurden in Deutschland rund 20.000 Autos gestohlen, während es im Nachbarland Österreich nur 5.000 Fahrzeuge waren. Das Land Tschechien trifft es noch härter denn dort werden täglich über 50 Autos entwendet und darauf hat die Polizei nun reagiert und eine Sondereinheit gebildet. Die Sondereinheit für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität (UOOZ) hat ihren Sitz in Prag und hat sich das Ziel gesetzt den gut organisierten Diebstahlbanden das Handwerk zu legen.

Es ist jedoch zum Teil ein schwieriges Unterfangen, weil die Autodiebe die Polizei-, und Zulassungsbehörden unterwandert haben. Dadurch sind sie laut einer tschechischen Zeitung an Geheiminformationen gelangt und konnten dementsprechend planen. Zudem wurden verdächtige Personen trotz offensichtlicher Beweise nicht überwacht und es kam zu Fälschungen wichtiger Überwachungsdokumente. Die Bandenchefs arbeiten dem Innenministerium nach von der Ukraine und weiteren Ländern Osteuropas aus. Ein Großteil der entwendeten Fahrzeuge landete gleich nach dem Diebstahl in entsprechenden Werkstätten und werden dort demontiert.

Die einzelnen Komponenten kommen dabei entweder in andere gestohlene Wagen zum Einsatz oder mit hohen Gewinnen auf Schwarzmärkten und online verkauft. Nun fordern Experten, dass in Tschechien ebenfalls alle Bauteile gekennzeichnet werden, wie es in zahlreichen EU-Ländern bereits der Fall ist. Die Autodiebe haben es bei ihren Diebeszügen verstärkt auf Luxuswagen abgesehen aber im Gegensatz zu “Normalautos” würden diese nicht auseinandergenommen sondern gleich in osteuropäische Länder zum Verkauf angeboten. Aufgrund der guten Organisation der Diebesbanden kommt die Polizei nur schwer an die Bosse heran. Wer nach Tschechien fährt, der sollte am besten nicht sein eigenes Auto nehmen sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.